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NTC Temperatursensor defekt. Woher Ersatzteil!?

Fehlercode 9, NTC defekt

colak

Montag, 13. September 2021, 11:42 Uhr

Unregistered

Meine Herren, ist es möglich, ein Loch zwischen den Stiften zu bohren, wo die blauen Drähte eingesteckt sind, dort einen Thermistor von TME B57164K104J einzusetzen, dann etwas Kleber von TME ART.AGT-116 AG TERMOPASTY zu gießen und die Schenkel des Thermistors in die Stifte unter den Drähten zu löten?
hat das jemand ausprobiert?
und warum arbeiten Sie mit SMD-Thermistoren und nicht mit THT?
Ich bin ein Laie auf diesem Gebiet und bitte um eine Antwort oder kontaktiere 508685445


Gast_René

Mittwoch, 24. November 2021, 16:06 Uhr

Unregistered

Prima dass es dieses Forum gibt.

Bei meiner Krups EA 815 war es auch so, dass der Temperaturfühler den Geist aufgegeben hatte.
Nach der Lektüre dieses Threads kam ich zu der Erkenntnis, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen NTC mit 100 kOhm (bei 25 Grd.C) handeln müsste.
Nach Abziehen des Temperaturfuhler-Steckers an der Platine egab einer Widerstandsmessung, dass wohl der Sensor selbst (also das winzige SMD-Bauteil) eine Unterbrechung hatte (und somit defekt war).
Die beiden Flachstecker- Zungen waren übrigens noch fest verbunden mit der keramischen Grundplatte, die ein festes Bestandteil der Brühgruppe ist.
Da ich aber in meinem fortgeschrittenen Alter (und einem entsprechenden Tatterich) keine Lust hatte, mich mit SMD-Löterei herum zu plagen, beschaffte ich mir im Elektronikfachhandel (der große Laden, der mit C beginnt und mit D aufhört) unter der
Bestell-Nr.: 1570292
einen radial bedrahteten NTC mit 100 kOhm.
Typ: TTC05104JSY.
KOSTENPUNKT: 50 Cent

Die Drähte , die von der Platine zu dem Temperaturfühler führen (in meinem Fall waren sie mit weißer Teflon- Isolation ummantelt) schnitt ich unmittelbar an den Steckern, welche an der Brühgruppe aufgesteckt sind, ab.
Diese wollte ich dann an den neu erworbenen Temperaturfühler (mit Weichlot) anlöten. Das funktionierte allerdings nicht, da es sich bei den Drähten vermutlich um Nickeldraht handelt.
Dieses Problem umging ich, indem ich besser lötbare (ebenfalls Teflon isolierte) wire-wrap Leitungen an den NTC anlötete.
Diese wire-wrap Leitungen wiederum verband ich mittels Mikrobrenner und Silber-Hartlot mit den original Leitungen, an denen sich ja der Stecker zum Aufstecken auf die Platine befindet.
Die Lötverbindungen wurden anschließend mit Schrumpfschlauch isoliert.

Den NTC selbst platzierte ich mit reichlich Wärmeleitpaste versehen unter der Gummiabdeckung des Temperaturfühlers, …... Und zwar so, daß durch die Gummiabdeckung der NTC an die Brühgruppe angepresst wird.

Eine erste Inbetriebnahme ergab folgende Messwerte (bei Brühtemperatur auf Stufe 3 in den Voreinstellungen):
Hochheizen nachdem Einschalten auf ca 140 Grad Celsius (entsprechend ca 2,4 Kilo Ohm).
Nach ein paar Minuten fällt die Temperatur dann auf ungefähr 95 bis 100 Grad ab und wird dann auch gehalten.
(Die Temperaturmessung erfolgte mittels Nickel- Konstantan- Thermoelement direkt an der Außenwand der Brühgruppe.
Das Thermoelement war dabei unter eine der Thermosicherungen geklemmt).

Mittlerweile hat das Maschinchen bereits ungefähr 20 Tassen des wohlschmeckenden, braunen Getränks gebrüht……
Mal gespannt, wie lange diese Reparatur ihren Zweck erfüllt.

Noch mal meinen besten Dank an alle, die ihr Wissen in diesem Forum mitgeteilt haben.

P.s.:
Hier noch ein paar Messwerte:
Temperatur (in Grad C) Widerstand (in kOhm)
130. 2,85
120. 3,5
115. 4,0
100. 6,0
90. 8,5
80. 12,5

Die Messwerte wurden ermittelt während der Abkühlphase der Brühgruppe bei von der Platine abgezogenem Fühler-Stecker.
Dabei wurde die Maschine selbstverständlich vom 230V- Netz getrennt.


Gast_René

Samstag, 27. November 2021, 20:24 Uhr

Unregistered

Nachtrag:
Da mir die Abschaltung der Brühgruppen-Heizung bei entwas mehr als 140 Grad für eine dauerhafte Lösung doch etwas zu hoch erschien, startete ich folgenden Versuch:
Einen zweiten NTC mit ebenfalls 100 kOhm parallel zum ersten zusätzlich unter der Gummiabdeckung mit Wärmeleitpaste an die Brühgruppe angelegt und mit den Sensor- Anschlussleitungen verlötet. (Halt eine Parallelschaltung von Widerständen)
Ebenso gut hätte ich einen einzelnen 50kOhm NTC verbauen können….., der aber im Gegensatz zu den 100 k - Exemplaren nicht bei mir vorhanden war.

Ergebnis:
Abschaltung der Heizung nach dem ersten Hochheizen bei ca. 125 Grad C.
Nach kurzer Zeit pendelt sich die Temperatur an der Außenwand der Brühgruppe bei ca. 90 Grad ein.
Auslauftemperatur des frisch gebrühten Kaffees (Temperaturvorwahl im Menue auf Stufe 3) bei knapp 80 Grad beim Start des Brühvorganges. Diese Auslauf-Temperatur sinkt im Verlauf des Brühvorganges auf ca 65 Grad ab, ….so dass sich danach in der Tasse eine Mischtemperatur von ca 70 Grad einstellt.
Meines Erachtens ideal.

Viel Erfolg beim Nachbasteln!

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