19.02.2020 von Steirerin / Harald Mohring

Kaffeepflanzen leiden unter Klimawandel

Kaffeebauer trocknet seine Kaffeeernte in der Sonne
Laut Ökotest leiden nicht nur Mensch und Tier leiden unter dem Klimawandel, auch den empfindlichen Kaffeepflanzen macht die Klimaerwärmung vermehrt zu schaffen. Deutschlands liebstes Frühstückgetränk könnte in den nächsten Jahren empfindlich teurer werden.

Im Schnitt trinken die Konsumenten in Deutschland jährlich rund 164 Liter Kaffee. Wie Ökotest berichtet, ist das braune Gold jedoch nicht nur in Europa äußerst beliebt. Experten schätzen, dass sich die Kaffeenachfrage bis zum Jahr 2050 weltweit verdoppeln wird. Besonders die Asiaten kommen immer mehr auf den Geschmack des beliebten Wachmachers. Gleichzeitig werden traditionelle Kaffeeanbaugebiete in den nächsten Jahren erheblich unter der Klimaerwärmung leiden. Wissenschaftler warnen davor, dass mehr als die Hälfte der Kaffeeanbauflächen zerstört werden könnten, sofern nichts dagegen unternommen wird. Die tropische Kaffeepflanze reagiert äußerst empfindlich auf höhere Temperaturen und steigende Niederschläge. Klimawandel, Schädlinge und Pilzkrankheiten bedrohen ganze Plantagen in Mittelamerika.

Für viele Kleinbauern ist der Kaffeeanbau inzwischen aufgrund des niedrigen Kaffeepreises oftmals unrentabel. Zudem warnen britische Forscher der "Kew Royals Botanic Gardens", dass von den wildlebenden Kaffeearten bereits 60 % vom Aussterben bedroht sind. Diese Wildsorten sind besonders für die genetische Vielfalt äußerst wichtig. Es ist schwierig in traditionellen Anbaugebieten neue Anbauflächen zu gewinnen. In den kühleren Hochebenen, in denen der Kaffee besser gedeihen könnte, müssten Waldflächen gerodet werden. Möglicherweise können daher neue Anbaugebiete in Australien zur Rettung der Kaffeebohne beitragen. Allerdings befriedigt die derzeitige australische Kaffeeproduktion nicht einmal die Nachfrage im eigenen Land. Diesbezüglich müssten die Anbaugebiete daher erheblich ausgebaut werden.