22.05.2020 von Harald Mohring

SCA Studie zur besseren Gewinnverteilung bei Kaffee

SCA Entwurf einer Grafik zur Kaffee-Wertschöpfungskette
Die Specialty Coffee Association (SCA) hat 5 Vorschläge zur besseren Verteilung der Profite zwischen Kaffeebauern und Händlern erarbeitet

Der Handelsverband Specialty Coffee Association (SCA), welcher sich als Sprachrohr für die globale Kaffee-Wertschöpfungskette sieht, hat im Jahr 2018 einen Kommission zur Verbessung der Standards bei der Kaffeeverarbeitung ins Leben gerufen. Hintergrund war der massive Preisverfall von Rohkaffee im Jahr 2002. Die nun erarbeiteten 5 Vorschläge sollen die ungleiche Verteilung der Profite zwischen Kaffeebauern in den Anbauländern und Händlern in den Vertriebsländern ausgleichen, sowie für stabile Preise sorgen.

  1. Gespräche mit Entscheidern in den Anbauländern auf Regierungsebene, damit diese die Interessen ihrer Kleinbauern für gerechtere Verteilungsmodelle gegenüber Konzernen vertreten
  2. Mehr Transparenz und Informationsaustausch zwischen Produzenten und dem Vertrieb
  3. Ein Versicherungs- und Vertriebsbeitrag für alle Händler und Wiederverkäufer, damit im Fall von Missernten die Kaffeebauern finanziell unterstützt werden können und permanente Fortbildungen organisiert werden können
  4. Neben Geschmack und Qualität soll Nachhaltigkeit ein fixes Kriterium für die Bewertung von Kaffee werden
  5. Eine Art Umsatzbeteiligung für die Kaffeebauern, um sie am Milliardenmarkt teilhaben zu lassen

Im Kern scheint das System dem einer Gewerkschaft nicht unähnlich. Am Ende stellt sich jedoch die Frage, wie hoch die von den Mitgliedern zu leistenden Beiträge sein sollen, um ein Gewicht gegenüber den Größen der Branche darzustellen? Allein die niederländische Firma Jacobs Douwe Egberts (JDE) erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro mit Kaffee und Tee. Dies entspricht in etwa 7% des Bruttoinlandsproduktes vom nach Menge fünft größtem Kaffeeexporteur Äthiopien.